Andreas Berg
Lyriker, Fotograph & Filmemacher
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Autorenvita
Andreas Berg wurde 1959 in Wiesbaden geboren, einer Stadt, deren Architektur er bis heute schätze. In dem Dorado der Gründerzeitbauten ist er auch aufgewachsen, hat dort seine Schulzeit verbracht und nach dem Abitur Zivildienst geleistet. Es folgte ein Studium der Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz.
Bereits in der Oberstufe des Gymnasiums hatte er, angeregt durch einen guten Deutschlehrer, mit dem Schreiben von Gedichten begonnen. Zu Beginn seines Studiums erschien 1980 in einem Kleinverlag sein erster Lyrikband „Der abgebrochene Steg“. Um diese Zeit gründete er, zusammen mit drei Musikern, das Ensemble „Lyrik und Musik“, in dem er als Rezitator und Pianist mitwirkte und mit dem sie gemeinsam ein musikalisch-literarisches Programme zu seinen Gedichten erarbeiteten. Es wurde in zahlreichen Konzerten, unter anderem auch im Fernsehen vorgestellt, außerdem wurde eine Schallplatte produziert. Als Künstlerförderung seitens des Landes Hessen erhielten das Quartett zwei wunderschöne mietfreie Probenräume im Kloster Eberbach, mit Blick in den Kreuzgang. Dadurch verbrachte er schon damals manchen Abend und manches Wochenende im Rheingau, einer geschichtsträchtigen Kulturlandschaft, die ihn bis heute fasziniert. Seit 1986 wohnt er auch in dem schönen Landstrich, in Walluf, wo er mit seiner Heirat hinzog und wo auch seine beiden – schon lange erwachsenen – Kinder groß wurden. Während der Studienzeit erschienen zwei weitere Gedichtbände, „Schalloch in der Nebelwand“ und „Poesiebeton oder: Im Allgemeinen keine Elegien“. Letztgenannter wurde vom österreichischen Bläschke-Verlag herausgegeben, was ihm im Sommer 1985 eine Lesereise durch die Alpenrepublik bescherte.
Da ein Lyriker vom Gedichteschreiben nicht leben oder gar eine Familie ernähren kann, machte er nach dem Studium eine weitere Leidenschaft, das Fotografieren und Filmen, zu seinem Brotberuf. Anfang 1987 wurde er Fernsehkulturredakteur und Filmemacher beim Südwestfunk, heute Südwestrundfunk. Neben der Redaktionstätigkeit für verschiedene Kultursendungen produzierte er bis zu seinem Ruhestand im Sommer 2022 über 1700 Filmbeiträge und Fernsehsendungen für die Programme des SWR-Fernsehens, aber auch der ARD und 3-Sat, darunter 100 längere Dokumentationen und Fernsehfeatures. Durch die zeitaufwendige und schweißtreibende TV-Arbeit erlahmte das Publizieren von Büchern etwas, aber das Schreiben wurde nie vergessen. Neben Gedicht-Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften erschien 1992 der Lyrikband „Herrn Dudens Klangkurtisanen oder die Dichter gehen auf und ab und schweigen“. Die Kollegen vom Hörfunk begleiteten sein literarisches Schaffen damals mit verschiedenen längeren Sendeformaten, unter anderem einem Autorenportrait und der Sendung „Literatur auf dem Prüfstand“. Ab Mitte der 90-er-Jahre war er auch viele Jahre in einem israelisch-palästinensisch-deutschen Schriftsteller-Trilog engagiert, der von der Landeszentrale für politische Bildung in Rheinland-Pfalz organisiert wurde.
2015 erschien nach längerer Publikationspause in der Anthologie „Gegend Entwürfe“ die Erzählung „Jerusalemblues oder: wie durch ein verstimmtes Klavier in einer Wohnung in Haifa ein Gedicht entstand, das Hilde Domin gewidmet wurde“, außerdem sein erster Roman „Schabbat Schalom an der Seine – Rückblende einer verpassten Liebe.“ Das Buch, dessen Rahmenhandlung in Paris spielt, war zum einen eine kritische Auseinandersetzung mit der modernen Medienlandschaft, thematisierte zum anderen aber ebenso existenzielle Fragen des Menschseins wie den Umgang mit Religion, schwerer Krankheit und Tod.
2019 wurde er für seine literarische Arbeit mit dem mit 3000 Euro dotierten Kulturpreis des Rheingau Taunus-Kreis ausgezeichnet, der in der Sparte Literatur alle fünf Jahre vergeben wird.
2020 erschien dann sein zweiter Roman „Sommer 1934 oder wie mir der Führer meine erste Liebe ausspannte“. Das Werk basiert auf jahrzehntelangen Recherchen zur Geschichte des deutschen Landjudentums und hat authentische Schicksale von Shoa-Opfern in der Nordwestpfalz zum Hintergrund. Im Frühjahr 2024 brachte die Édition Trèves nach langer Zeit wieder einen Lyrikband heraus, mit dem Titel „Die Sonne lügt ungeniert“. Im Herbst des gleichen Jahres folgte der Rheingau-Krimi „Höllenritt im Hafenidyll“, der zu seiner Überraschung in kurzer Zeit mehrere Auflagen erlebte. Im Ruhestand ist er weiterhin freiberuflich journalistisch tätig, kann sich aber endlich ganz verstärkt dem literarischen Schaffen widmen. Weitere Bücher sind zurzeit in Vorbereitung und am Entstehen.
Weitere Informationen zu seiner Person im Internet:
![L1070587[1]](https://www.rheinweinfeder.de/wp-content/uploads/2026/03/L10705871-scaled.jpg)